Ausschuss legt Gebietsgrenzen für Sanierungsgebiet „Schlossberg II“ fest und stellt Förderrichtlinien für private Maßnahmen auf.

Für Nürtingens Altstadt soll das Sanierungsgebiet Schlossberg II festgelegt werden. Die Begrenzung des Gebiets und die Förderrichtlinien für private Maßnahmen wurden im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in der letzten Sitzung vorberaten. Die endgültige Entscheidung soll der Gemeinderat am 9. Oktober treffen.

NÜRTINGEN. Das „Bildungszentrum am Schlossberg“ ist das Kernstück des Sanierungsgebiets. Dazu gehören die ehemalige Schlossbergschule, die Musikschule und das Hölderlinhaus. Dafür bekommt die Stadt 2,7 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln. Voraussetzung ist jedoch, dass die Maßnahme in ein städtebauliches Erneuerungskonzept eingebettet ist. Zu diesem Zweck wird das Sanierungsgebiet „Schlossberg II“ ausgewiesen. Dafür wurden zunächst 400 000 Euro Fördermittel vom Land bewilligt, die auch für private Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden können. Bei der Stadtverwaltung rechnet man mit einem Sanierungszeitraum von mindestens zehn Jahren. Je nachdem, wie das Interesse von privater Seite ausfällt, kann die Stadt Anträge zur Aufstockung von Fördermitteln an das Land richten. Grundsätzlich trägt das Land 60 Prozent eines bewilligten Förderrahmens, die Stadt die restlichen 40 Prozent. Insgesamt wird der Gesamtaufwand im Moment auf 13 Millionen Euro bis zum Abschluss der Maßnahmen geschätzt.

Das Gebiet in der Altstadt ist begrenzt von der Heiligkreuzstraße bis zur Lampertstraße, der oberen Brunnsteige, der Rathausstraße, der Marktstraße, der Steinachstraße und des Neckarufers bis zur Mühlstraße und deren Einmündung in die Heiligkreuzstraße. Die vom Schlossberg abgekehrten Straßenseiten bilden die Grenzen des Sanierungsgebiets.

Da im nächsten Jahr mit der Sanierung des Schillerplatzes begonnen werden soll, wurden dieses Gebiet und der obere Teil der an den Schillerplatz angrenzenden Frickenhäuser Straße in das Gebiet mit einbezogen, nicht jedoch angrenzende Gebäude. Darüber hinaus wurde der Jorderyplatz mit in das Gebiet aufgenommen, der in den kommenden Jahren ebenfalls aufgewertet werden soll.

Um die städtebauliche Entwicklung fachlich zu begleiten, beauftragte die Stadt die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE), die bereits mit den Voruntersuchungen als Voraussetzung für den Förderantrag befasst war. Beschlossen werden soll eine Sanierung im Regelverfahren, dem sogenannten umfassenden Verfahren. Das ist im Gegensatz zum vereinfachten Verfahren notwendig, um Spekulationen entgegenzuwirken, die sich aus zu erwartenden Steigerungen von Bodenwerten ergeben können.

Stadtbild und Wohnqualität erhalten und verbessern

Laut den Voruntersuchungen bestehe erheblicher Sanierungsbedarf. Die meisten Gebäude befänden sich in mangelhaftem Zustand. Auch im gewerblichen Bereich seien Abwärtstendenzen erkennbar, was sich in Leerständen auch in besten Lagen zeige. Das Ziel sei deshalb, die historische Stadtstruktur zu erhalten und historische Gebäude zu sichern, aber auch Ladenzonen gestalterisch zu verbessern und unter- oder fehlgenutzte Flächen neu zu ordnen beziehungsweise neu zu bebauen. Außerdem sollen Parkierungsflächen neu gestaltet beziehungsweise weitere Flächen im Randbereich geschaffen werden. Verbessert werden soll die Wohnqualität und dabei auch die Energieeffizienz bestehender Gebäude.

Dafür stellt die Stadt Förderrichtlinien auf. Geeignete Modernisierungen sollen in der Regel mit 25 Prozent der förderfähigen Summe bezuschusst werden. Für die Erneuerung von Heizungsanlagen wird ein Zuschuss von zusätzlichen fünf Prozent gewährt. Vor allem auch für Denkmäler sind Fördermittel gedacht. Dafür wird der Zuschuss auf 100 000 Euro gedeckelt, bei den übrigen Gebäuden auf 50 000 Euro, ebenso Abbruchkosten.

Eigentümer und Träger öffentlicher Belange wurden informiert, sie stünden der Sanierung positiv entgegen. Nach der Beschlussfassung durch den Gemeinderat ist eine Informationsveranstaltung für betroffene Eigentümer noch im Oktober geplant.

05.10.2018, Von Uwe Gottwald