12.05.2018, Von Anneliese Lieb

Nürtinger Innenstadt soll attraktiver werden

Gudrun Klopfer knüpft Kontakte und vermittelt den Immobilienbesitzern interessierte Mieter.

Die Belebung der Innenstadt ist Gudrun Klopfer ein Herzensanliegen. Die Geschäftsführerin des Vereins Citymarketing knüpft Kontakte und vermittelt den Besitzern leer stehender Immobilien interessierte Mieter. Über ihre Bemühungen, Erfolge und Enttäuschungen berichtete sie jetzt im Nürtinger Gemeinderat.

NÜRTINGEN. Leer stehende Einzelhandelsgeschäfte und zugeklebte Schaufensterfronten sind kein Nürtinger Phänomen. Davor stehen Kunden auch in größeren Städten – etwa im benachbarten Esslingen. Für Gudrun Klopfer, die Geschäftsführerin des Vereins Citymarketing, ist das kein Trost. Ihr ist die Belebung der Nürtinger Innenstadt ein Herzensanliegen. Die Stadt, in der sie vor vielen Jahren Betriebswirtschaft studierte und in die sie vor einigen Jahren zurückgekehrt ist, soll nicht dahindämmern, sondern wieder an Attraktivität gewinnen. Ein Abend wie bei der Musiknacht mit belebten Straßen und zufriedenen Besuchern ist ganz nach ihrem Geschmack. Dass sich solche Ereignisse wiederholen, die Besucher aber auch zu den normalen Ladenöffnungszeiten nach Nürtingen kommen, dafür legt sich die Geschäftsführerin des Vereins Citymarketing mächtig ins Zeug. Über ihre Aktivitäten zur Stärkung der Innenstadt berichtete sie regelmäßig, um die Stadträte über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Die Vorzeichen, dass der Bereich um den Lammbrunnen eine positive Aufwertung erfährt, stehen gut. Der Leerstand beim ehemaligen Schuhhaus Ilg scheint bald beendet. Im vorderen Bereich des Geschäfts seien Umbaumaßnahmen geplant. Ein gastronomischer Betrieb mit Außenbewirtschaftung soll einziehen. „Wir hoffen auf Öffnungszeiten an sieben Tagen und auch in den Abendstunden“, so Gudrun Klopfer. Im rückwärtigen Bereich des Hauses hat das Schulwerk Mitte Räume angemietet.

Leer geräumt ist das ehemalige Modegeschäft Phoenix in der Passage 33. Nicht etwa wirtschaftliche, sondern gesundheitliche Gründe hätten zur Schließung geführt. Klopfer hat Kontakt zum Immobilienverwalter der Passage 33 aufgenommen – der sitzt in München. „Ich bin im Vermittlungsgespräch.“ Beim ehemaligen Schuhhaus Häussler in der Apothekerstraße ist ein Nagelstudio eingezogen.

Mediamarkt und Arztpraxen bleiben auch in der Umbauphase geöffnet

Einen Wechsel hat es in der Altstadt gegeben. Der Geschenkartikelladen „Schöne Dinge“ ist vom Übergang ins Zentrum der Altstadt umgezogen. Die Geschäftsräume an der Neckarsteige bezog ein Reisebüro, das im NC dem geplanten Umbau weichen musste. Nur noch wenige Wochen ist das Kaufhaus Hauber geöffnet. Dort ist bekanntlich eine größere Sanierung geplant. „Gespräche mit Ankermietern laufen“, weiß Gudrun Klopfer. Geöffnet ist auch während der Umbauphase der Mediamarkt. Durchgehend erreichbar bleiben auch die Arztpraxen im Obergeschoss.

Leider nicht von Erfolg gekrönt waren Klopfers Bemühungen, die Nachfolger des Wäschehauses Schmid in der Stadt zu halten. Bevor sich die Geschäftsinhaber für die Schließung ausgesprochen haben, wollten sie investieren und in der Strohstraße ein Geschäft anmieten. Dort sollte Mode für große Größen ins Angebot aufgenommen werden. Leider, so Klopfer, sei es zu keiner Einigung mit dem Vermieter gekommen. „Die Mietforderungen dort sind einfach zu hoch.“ Die Geschäftsführerin des Vereins Citymarketing bedauert, dass nicht nur ein gut geführtes Wäschegeschäft aus der Innenstadt verschwunden ist, sondern auch die Poststelle. „Die war stark frequentiert und wird sehr vermisst.“ Klopfer hofft, dass sich bald ein neues Geschäft im Zentrum findet, das bereit ist, eine „Postecke“ einzurichten.

Und was tut sich sonst noch? Nach wie vor dran ist Klopfer an einer Karree-Bildung. Nicht nur in der Apothekerstraße, sondern auch an anderer Stelle in der Fußgängerzone werden intensive Gespräch mit Immobilienbesitzern geführt, um durch einen Zusammenschluss größere Verkaufsflächen zu generieren.

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